BARFEN: ErklĂ€rung, Vorteile fĂŒr deinen Hund & Co.

Barfen ist umstritten. FĂŒr die einen gibt es nichts besseres, andere sehen es kritisch. FĂŒr beide Seiten gibt es klare Argumente. 

Barfen ist eine ErnĂ€hrungsmethode fĂŒr Hunde (und auch Katzen) und meint die RohfĂŒtterung des Tiers. BARF steht fĂŒr „biologically appropriate raw food“ und bedeutet ĂŒbersetzt: „biologisch artgerechtes rohes Futter“. Diese Übersetzung macht deutlich, worum es beim Barfen geht. So soll der Vierbeiner nur mit naturbelassenem Futter gefĂŒttert werden, das nicht industriell verarbeitet wurde und das in den meisten FĂ€llen auch nicht gekocht wurde. 

Der Grundgedanke dieser ErnĂ€hrungsweise beruht auf der ErnĂ€hrung wildlebender Fleischfresser wie Wildhunde oder Wölfe, die primĂ€r Fleisch, Innereien und Knochen fressen. Kleine Mengen Obst und GemĂŒse, wie sie beim Barfen ebenfalls vorgesehen sind, sollen dabei den Mageninhalt der Beutetiere darstellen.

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BARFEN: Die richtigen Lebensmittel fĂŒr deinen Vierbeiner

Auf fertiges Trocken- oder Dosenfutter wird beim Barfen komplett verzichtet. BefĂŒrworter des Barfens sagen dieser FĂŒtterungsweise nach, zu wenige NĂ€hrstoffe zu haben, nicht gesund genug zu sein und insbesondere zu wenig Fleisch zu enthalten. Denn Fleisch ist eine der Haupt-ErnĂ€hrungskomponenten beim Barfen. 

Zu den Lebensmitteln beim Barfen gehören:

  • rohes Fleisch
  • roher Fisch
  • frische Innereien
  • Knochen (kein GeflĂŒgel!) 
  • GemĂŒse
  • rohes Obst
  • NĂŒsse
  • Getreide

Fleisch, Fisch und Obst werden beim Barfen nicht gekocht, sondern roh zubereitet und vermengt. FĂŒr GemĂŒse gelten einige Ausnahmen. Fette, zum Beispiel in Form von kaltgepressten Ölen, Mineralstoffe und Vitamine werden dem Futter noch zusĂ€tzlich hinzugefĂŒgt, um eine ausreichende NĂ€hrstoffversorgung sicherzustellen.

adobe stock – Lilli

Wenn du dich dafĂŒr entscheidest, deinen Hund kĂŒnftig zu barfen, solltest du dich im Vorfeld grĂŒndlich informieren. Denn Barfen birgt nicht nur Vorteile, sondern auch einige Risiken. Schließlich erfordert es einiges an Kenntnissen in der Futtermittelkunde und im Bereich der TierernĂ€hrung, um eine MangelernĂ€hrung zu vermeiden.

Welche Vorteile bietet BARFEN?

Proteine werden aus Fleisch besser verstoffwechselt als aus pflanzlichen Lebensmitteln, weshalb das Barfen fĂŒr Hunde klare Vorteile bringen soll.

FĂŒr viele Tierhalter bietet Barfen die Möglichkeit, die Lebensmittel fĂŒr die FĂŒtterung selber auszuwĂ€hlen und dementsprechend auf hohe QualitĂ€t zurĂŒckzugreifen. Bei Dosenfutter und Trockenfutter ist der Herstellungsprozess schließlich nicht transparent und die QualitĂ€t der einzelnen im Futter enthaltenen Bestandteile lĂ€sst sich nicht immer lĂŒckenlos zurĂŒckverfolgen. 

Da BARF immer frisch ist, kannst du das Futter jederzeit an VerĂ€nderungen deines Hundes wie zum Beispiel TrĂ€chtigkeit, Krankheiten oder Fellwechsel anpassen. Außerdem stĂ€rkt Barfen das Immunsystem deines Hundes.

Hunde, die schon als Welpen gebarft wurden, sind in der Regel agiler und fitter, da sich der Organismus optimal entwickeln konnte. Gebarfte Hunde koten weniger, da fast alles aufgenommene Futter auch verwertet wird. ÜberflĂŒssige Komponenten im Futter gibt es nicht mehr.

Barfen sorgt fĂŒr ein seidiges, schönes Fell. Der Eigengeruch des Hundes reduziert sich durch die artgerechte ErnĂ€hrung.

So sind Hunde, die richtig gebarft werden, in der Regel fit, aktiv und gesund. Entscheidend ist, dass das Barfen richtig gemacht wird und dass du einige Regeln berĂŒcksichtigst. Schließlich gibt es auch einige Gefahren beim Barfen, die zu MangelernĂ€hrung, Verstopfung oder sogar Problemen bei der Entwicklung des Hundes fĂŒhren kann. 

Birgt BARFEN Risiken?

Experten fĂŒrchten eine chronische FehlernĂ€hrung der Fellnasen und falsche BĂ€hrstoffe. GrĂŒnde dafĂŒr sind zum Beispiel ein zu hoher Proteinanteil in der ErnĂ€hrung aufgrund des hohen Fleischkonsums. Schließlich sind Hunde keine reinen Fleischfresser. Wird diese Überversorgung chronisch, können sogar Leber und Nieren Schaden nehmen. Hat dein Hund also bereits einen Leber- oder Nierenschaden, solltest du ihn nicht nach der BARF-Methode ernĂ€hren. 

VerfĂŒtterte Innereien enthalten viel Bindegewebe und sind schwer verdaulich, weshalb sie zu Durchfall und BlĂ€hungen fĂŒhren können. VerfĂŒtterte Knochen können zu Verstopfung fĂŒhren. Dies kann schon bei mehr als 10 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht verschluckten Knochen pro Tag eintreten. 

Falsche NĂ€hrstoffmengen insbesondere beim Thema Kalzium kann gefĂ€hrlich fĂŒr Hunde sein. So brauchen junge Hunde deutlich mehr Kalzium als ausgewachsene Hunde und das VerfĂŒttern von Knochen reicht fĂŒr sie nicht aus. Skelettprobleme können die Folge sein.

Auch sonstige Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine mĂŒssen dem Bedarf des Hundes entsprechen. 

Auch fĂŒr Menschen lauert ein Risiko beim Barfen. So stellt das rohe Fleisch eine potenzielle Keimbelastung und Bakterien dar. Auch wenn dies fĂŒr Hunde in der Regel unproblematisch ist und es bisher keine klaren Beweise gibt, dass Barfen vermehrt zu Salmonellen-Infektionen fĂŒhrt, können sich Menschen durch den engen Kontakt zur Fellnase infizieren. 

8 Tipps, um deinen Hund richtig zu barfen

  1. Um deinem Hund beim Barfen die Kalziummenge zu geben, die er benötigt, kannst du dem Futter Eierschalen, Knochenmehl oder Algenkalk hinzufĂŒgen. So kannst du die Kalziummenge steigern ohne Gefahr zu laufen, dass dein Hund aufgrund zu viel verzehrter Knochen Verstopfung bekommt. 
  2. Hunde sind keine reinen Fleischfresser, weshalb das Futter um GemĂŒse, Obst und Getreide ergĂ€nzt werden sollte. So werden wertvolle Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen. 
  3. Hunde benötigen Kohlenhydrate, um ausreichend Energie zu haben. Durch Kartoffeln und GemĂŒse können sie diese zu sich nehmen. Auch wenn beim Barfen alle Lebensmittel roh verfĂŒttert werden sollen, trifft das nicht auf alle GemĂŒsearten zu. Schließlich mĂŒssen Kartoffeln vor dem VerfĂŒttern gekocht werden, da sie fĂŒr den Hund sonst giftig sein können. Gleiches gilt anders als bei Menschen auch fĂŒr Tomaten und andere NachtschattengewĂ€chse, die noch grĂŒne Stellen aufweisen. Außerdem können Kohlenhydrate von deinem Hund besser verdaut werden wenn sie gekocht sind. Hier solltest du also das Wort „roh“ nicht allzu streng nehmen.
  4. Achte darauf, verschiedene FleischstĂŒcke an das Tier zu verfĂŒttern, sodass dein Hund eine ausgewogene Menge an Muskelfleisch und Innereien zu sich nimmt. Die Knochenmenge sollte im Rahmen liegen. 
  5. Ab der 5. Lebenswoche kann dein Hund an die FĂŒtterung der BARF-ErnĂ€hrung gewöhnt werden. Diese Gewöhnung sollte, egal zu welchem Zeitpunkt im Leben des Vierbeiners, langsam erfolgen, besonders bei Hunden mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt. Andernfalls kann es zu Verdauungsproblemen wie BlĂ€hungen, Durchfall oder Verstopfung kommen. 
  6. Am besten startest du die erste Mahlzeit mit gewolftem Fleisch und kannst dann nach einiger Zeit auf klein geschnittenes Fleisch gehen. GrĂ¶ĂŸere FleischstĂŒcke sollte der Hund erst nach einiger Zeit bekommen, wenn er an das Frischfleisch gewöhnt ist. 
  7. Die Innereien Niere oder Leber sollten BARF-AnfĂ€nger zu Beginn nur gelegentlich an das Tier verfĂŒttern.
  8. Du kannst deinen ErnĂ€hrungsplan zum Beispiel als Wochenplan aufstellen und die unterschiedlichen Futterkomponenten auf die Wochentage verteilt verfĂŒttern. Alternativ kannst du aber auch ein Komplettfutter mischen, das alle nötigen Komponenten enthĂ€lt und dieses dann tĂ€glich in kleinen Portionen eine Ration verfĂŒttern. 

Zum BARF-Berater oder einfach ausprobieren?

Der ErnĂ€hrungsplan fĂŒr deinen Hund hĂ€ngt davon ab, wie alt das Tier ist, um welche Rasse es sich handelt, wie viel er wiegt und ob er Vorerkrankungen hat oder nicht. Pauschale Empfehlungen, Mengenangaben etc. gibt es daher zum Thema Barfen leider nicht. Auch kursieren besonders im Internet viele widersprĂŒchliche Informationen, sodass es zu Beginn schwierig erscheint, die richtigen Informationen herauszufiltern.

Du kannst einen speziellen BARF-Berater hinzuziehen, der einen individuellen ErnĂ€hrungsplan fĂŒr deinen Hund erstellt. Diese Hilfe vom Profi hat jedoch ihren Preis. Alternativ kannst du dich im Internet und in BĂŒchern schlau machen. Je mehr du dich in das Thema einliest, desto besser wirst du selber verstehen, was die Kernelemente des Barfens ausmacht. Wenn dann in Foren ErnĂ€hrungsplĂ€ne empfohlen werden, die 90 Prozent Kartoffeln enthalten oder 80 Prozent Knochen vorsehen, weißt du, dass du die Informationen mindestens infrage stellen solltest. Auch der Zusatz von chemischem Pulver sollte dich stutzig werden lassen.

Du kannst auch einen Tierarzt um Rat fragen. So kannst du auch die Blutwerte deines Hundes bestimmen lassen, um ihn daran angepasst zu fĂŒttern. Mithilfe von BĂŒchern oder sogenannten BARF-Rechnern kannst du dir bei der Erstellung des ErnĂ€hrungsplans helfen lassen.

Bildnachweis: K. Thalhofer | Adobe Stock

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