So gewöhnst du deinen Hund an dein Baby

Für viele Paare ist ein Hund das erste „Baby“ – und die Chancen stehen gut, dass auch der Vierbeiner dies weiß. Der Hund bleibt deshalb auch dann ein geschätztes Mitglied der Familie sein, wenn ein neues Baby in das Leben tritt – die täglichen Routinen der jungen Eltern werden sich ändern, was die Stimmung des pelzigen Freundes trüben kann.

Ein Neugeborenes verändert nicht nur das eigene Leben drastisch, sondern auch das des Familien-Hundes. Bald muss der Hund deine Aufmerksamkeit mit einem anspruchsvollen Kind teilen. In vielen Fällen versteht das Tier nicht, warum die langen Spaziergänge, die er so sehr genießt, plötzlich kürzer werden.

Warte nicht, bis das Baby schon da ist

Hilf deinem Welpen oder ausgewachsenen Hund rechtzeitig dabei, sich an das neue Familienmitglied anzupassen und warte nicht ab, bis das Baby schon da ist. Bereits während der Schwangerschaft sollen Änderungen eingeleitet werden, um den Hund an einen neuen Zeitplan und ggf. an neue Regeln zu gewöhnen.

Wenn dein Hund noch keinen grundlegenden Gehorsamkurs besucht hat, ist es jetzt an der Zeit, ihn dafür anzumelden. Alltägliches Verhalten, das im Moment vielleicht harmlos erscheint – wie etwa ein Sprung nach oben, um dich an der Tür zu begrüßen – könnte bald zu einem Problem werden, wenn du im achten Monat schwanger bist oder das Kleinkind im Arm hältst. Ein Hundetrainier bzw. -Ausbilder kann dabei helfen, solches Verhalten beim Vierbeiner zu korrigieren oder zu kontrollieren.

Viele Hunde waren noch nie oder sehr selten in der Nähe von Kindern. Kleine Babys tun unvorhersehbare Dinge, die Erwachsene nicht machen, wie z. B. plötzliche Bewegungen und Schreie. Bring deinen Hund am besten mal mit in den Park oder auf einen Spielplatz, um zu sehen, wie er aus der Entfernung auf Babys reagiert. Frag dabei ggf. andere Mütter bzw. Eltern mit einem Kinderwagen oder Baby im Arm, ob du nahe an ihnen vorbei gehen darfst. Diese Taktik wird den Hund schrittweise an das Sehen und den Klang von Kindern gewöhnen.

Die letzten Monate vor der Geburt

Bereite den Hund aktiv auf sein zukünftiges „Geschwisterchen“ vor.  Dies beugt vor allem Eifersucht beim Vierbeiner vor. Auch wenn es unecht erscheint – schaffen dir vielleicht eine Puppe an und behandel diese wie ein Kind. Lass den Hund heran und stell ihm neue Gerüche wie Babylotion und Puder vor.

Schon vor der Geburt kann der Kinderwagen des zukünftigen Babys zum Spaziergang mit dem Hund mitgenommen werden. Die Nachbarn werden vielleicht verwirrt sein, doch diese Strategie hilft dem Hund dabei, sich rechtzeitig an den Kinderwagen zu gewöhnen. Achte jedoch darauf, dass die Leine niemals am Griff des Kinderwagens befestigt ist. Wenn dein pelziger Freund zufällig ein Eichhörnchen oder einen anderen Hund sieht, könnte er plötzlich an der Leine ziehen und den Nachwuchs gefährden.

Versuche deinem Hund möglichst rechtzeitig Regeln beizubringen, dass er deinen persönlichen Raum zu schätzen weiß. Bleib direkt vor ihm stehen und sag „zurück“! Strecke dabei deine Hand aus. Wenn er Abstand nimmt, kannst du ihn mit Lob, einem Leckerbissen oder einem Klaps auf dem Kopf belohnen. Übe diesen Befehl in den nächsten Monaten immer wieder, bis es ausreicht, dass man nur Hand heben und „zurück“ sagen muss.

Die letzten Tage vor der Geburt

Kurz vor und vor allem während und nach der Geburt sind junge Mütter vielleicht für einige Tage weg und brauchen jemanden, der den Hund füttert und mit ihm spazieren geht. Auch wenn der Geburtstermin nicht genau bekannt ist, brauchen Schwangere jemanden, der sich währenddessen um dem Hund kümmert. Ansonsten könnte das Haustier mit der abrupten Änderung der Routine Angst bekommen.

In den letzten Tagen vor der Geburt sind Hochschwangere möglicherweise aufgeregt oder nervös – der Hund kann diese Gefühle wahrnehmen. Ein Tipp: Mache vielleicht noch einen gemütlichen kleinen Spaziergang oder kuschel mit dem Hund auf der Couch vor dem Fernseher. Dies wird den Hund beruhigen und auch als Schwangere werden sich entspannter fühlen und für die bevorstehende Lebensumstellung bereit machen.

Hund ans Baby gewöhnen: die ersten Tage nach der Geburt

Während die frischgebackene Mutter und das Neugeborene noch im Krankenhaus liegen und sich von der Geburt erholen, könnte der Partner schon die ersten Bodys oder Decken des Babys mit nach Hause nehmen, damit sich Ihr Hund an den Geruch des Kindes gewöhnen kann. Wenn das Baby in einigen Tagen nach Hause kommt, erkennt der Hund den seltsamen neuen Duft.

Wenn dann schließlich alle inklusive Nachwuchs nach Hause kommen, wird der Hund überglücklich sein. Alle Familienmitglieder sollten den Hund zeitnah und sehr ausfühlich begrüßen, da er seine Vertrauenspersonen wahrscheinlich sehr vermisst hat. Nachdem er sich entspannt hat, setz dich – sofern es passt – mit dem Baby hin und lass dich und das Kind vom Hund beschnuppern.

Wenn das Baby zum ersten Mal gestillt wird oder ihm eine Flasche gegeben wird, kann eine Person in der Nähe eine Handvoll besonderer Leckerbissen an den Hund reichen. Auf diese Weise soll er lernen, dass er für seine Ruhe belohnt wird und Fütterung des Babys mit angenehmen Zeiten verbinden.

Nicht vergessen, dass kontinuierliche Übung und tägliches Auspowern der Schlüssel zum Erfolg sind. Wenn der Hund nicht genug davon bekommt, wird er einen anderen Weg finden, um seine Energie zu verbrennen – selbst wenn das bedeutet, den Mülleimer zu überfallen. Jemand sollte also auch in der Anfangsphase mit Baby zu Hause täglich mit dem Hund spazieren gehen.

Den Frieden zwischen Hund und Baby halten

Der Hund wird es wahrscheinlich nicht ganz verstehen, warum sich sein gewohntes Leben verändert und mit all den zusätzlichen Stimulationen könnte er noch stärker verunsichert werden. Statt ihn oft zu beschimpfen und „Nein!“ zu sagen, sollte man ihn anders belehren. Man kann sein Verhalten stattdessen auf etwas umlenken, das ihn glücklich macht. Erinner ihn vielleicht daran, dass er ein neues Kauspielzeug hat.

Binde deinen Hund unbedingt in die Babyaktivitäten mit ein. Lass ihn zum Beispiel in der Nähe sitzen, wenn eine Windel gewechselt wird. Installieren Sie Schutztüren, um einige Räume als Sperrpunkte für den Hund festzulegen. Auf diese Weise kann das Baby sein Rollen und Kriechen in Ruhe perfektionieren.

Fazit: Hund und Baby sind häufig ein Herz und eine Seele

Ein Sicherheitshinweis: Lass dein Kind niemals länger alleine mit dem Hund in einem Raum. Das Verhalten des Babys könnte das Tier unerwartet irritieren oder etwas komplett Unvorhergesehenes eintreten. Achte deshalb auf seltsame Geräusche oder ungewöhnlichen Augenkontakt, der darauf hindeuten könnte, dass sich Hund gerade nicht wohlfühlt mit dem Baby.

Dennoch: Häufig sind Hund und das neue Baby im „Rudel“ schnell ein Herz und eine Seele. Besonders, wenn man einige Punkte vor und vor allem nach der Geburt beachtet und sich der Hund in Ruhe an das Baby gewöhnen kann.

Bildnachweis: Barbara Helgason | Adobe Stock

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