Trockenfutter für deinen Hund: Das solltest du wissen

Deinen Hund mit Trockenfutter zu füttern ist bequem und günstig. Doch ist es auch die beste Futterwahl für deinen Vierbeiner? 

Wenn es um die Ernährung deines Hundes geht, hast du die Wahl zwischen vielen gängigen Ernährungsformen, darunter zum Beispiel:

  • BARF (interner Link zu Artikel: „Barfen“)
  • selber kochen
  • Nassfutter
  • Trockenfutter

Trockenfutter ist die kostengünstigste Variante von Hundefutter und für den Hundebesitzer wahrscheinlich auch bequemste Variante. 

So entsteht Trockenfutter

Trockenfutter kann in verschiedenen Verpackungsgrößen gekauft werden und besteht entweder aus Pellets oder aus Kroketten. Pellets sind in der Hundeernährung jedoch selten, sie sind eher aus der Fütterung von Kaninchen oder Pferden bekannt. Die meisten Hundebesitzer kaufen Kroketten, die durch Druck und Wasserdampf industriell entstehen.

Nachdem die Kroketten in Form gebracht wurden, werden sie mit speziellen Lösungen überzogen, die Vitamine, Fette oder Proteine enthalten. Dieser Überzug (auch Coating genannt) sorgt dafür, dass das Futter von den Hunden lieber gemocht und gegessen wird. Falls du dich schon mal gefragt hast, weshalb sich Trockenfutter manchmal etwas fettig und schmierig anfühlt – das Coating ist der Grund dafür. 

Woraus besteht Trockenfutter?

Der größte Unterschied zwischen Trocken- und Nassfutter ist, wie der Name auch schon sagt, der Flüssigkeitsgehalt. Während Hundetrockenfutter nur einen Wassergehalt von etwa drei bis zwölf Prozent hat, liegt der Wassergehalt von Nassfutter bei 60 bis 84 Prozent. 

Trockenfutter besteht aus verschiedenen getrockneten und pulverisierten Lebensmitteln und Zutaten. Es enthält in der Regel:

  • getrocknetes Frischfleisch oder getrocknetes Gefrierfleisch
  • getrocknete Geflügel-Schlachtabfälle
  • Blut
  • vorgetrocknete tierische Futtermittel

Ebenfalls können getrocknetes Gemüse, Obst, getrockneter Fisch und Getreide enthalten sein. 

Für jeden Hund das richtige Futter

Für die verschiedenen Altersklassen, Rassen und besonderen Bedürfnisse der Hunde wie zum Beispiel ein glänzendes Fell oder eine sensible Verdauung gibt es spezielle Futterarten. Sie enthalten unterschiedliche Anteile an Kohlenhydraten, Proteinen, Vitaminen oder sind zum Beispiel getreidefrei. Schließlich wird Getreide nicht von allen Hunden gut vertragen und Trockenhundefutter, das getreidefrei ist, ist immer mehr verbreitet.

Bekannte Marken und Sorten für Trockenfutter sind: 

  • Royal Canin
  • Wolfsblut
  • Bosch
  • Josera
  • Wolf of Wilderness

Die Preise für Trockenfutter schwanken stark, je nach Hersteller, Inhaltsstoffen, Zusätzen und ob es sich um Bio-Futter handelt oder nicht. Die Kilopreise liegen im Schnitt zwischen 0,70 Euro und 10 Euro. 

Die Vorteile von Trockenfutter

  • Trockenfutter liefert auf dieselbe Menge mehr Energie als Nassfutter, weshalb davon weniger benötigt wird. Dadurch ist es günstiger. 
  • Trockenfutter ist leichter zu verfüttern. Wenn dein Hund etwas neben den Napf schlabbert, kannst du das Hundefutter mit dem Staubsauger ganz einfach aufsaugen oder wegwischen. 
  • Da das feste Futter die Zahnbeläge des Hundes abreibt, hat es einen zahnpflegenden und reinigenden Effekt (auch wenn es als alleinige Zahnpflege nicht genügt). Die Zahnsteinbildung wird reduziert.
  • Das trockene Futter muss gut gekaut werden, wodurch der Speichelfluss angeregt wird. Das wirkt sich positiv auf die Verdauung aus.
  • Das Futter ist lange haltbar – meist etwa 12 Monate ab der Herstellung. Vorräte anzulegen ist daher kein Problem, denn meist gilt: Je größer das Gebinde, desto günstiger der Kilopreis.
  • Um das Futter haltbar zu machen, muss nicht zwingend auf zusätzliche Konservierungsstoffe zurückgegriffen werden. Die Haltbarkeit kann durch natürliche Stoffe wie Vitamin C und Vitamin E verlängert werden, die als natürliche Antioxidationsmittel wirken. Das macht aber noch längst nicht jeder Hersteller.
  • Die Hitze bei der Herstellung des Futters (100 Grad Celsius) sorgt dafür, dass die enthaltenen Kohlenhydrate vom Hund besser verdaut werden können. Auch werden durch den heißen Wasserdampf mögliche Keime abgetötet, wodurch das Futter sehr hygienisch ist. 
  • Trockenfutter kann gut portioniert werden, zum Beispiel mit einer Waage oder einem Messbecher. Dadurch sinkt die Gefahr, deinen Hund zu über- oder unterfüttern. 
  • Weitere Vorteile: Wenn du Ausflüge mit deinem Hund machst oder gar woanders übernachtest, ist Trockenfutter leichter zu verfüttern als Nassfutter.
  • Wenn du das Trockenfutter in großen Säcken kaufst, sparst du im Vergleich zu vielen kleinen Dosen Nassfutter eine Menge Verpackungsmüll ein. Hundetrockenfutter ist also vergleichsweise umweltfreundlich.
  • Auch wenn Nassfutter mehr Wasser enthält und Hunde dadurch schon über das Futter wertvolle Flüssigkeit aufnehmen, kannst du in der Regel unbesorgt sein, was den Flüssigkeitshaushalt deines Hundes mit Trockenfutter angeht. Sein Durstempfinden wird durch das trockene Futter gesteigert und er wird nach oder während des Fressens etwas trinken wollen. 
  • Die Geruchsbelastung für die menschliche Nase ist bei Trockenfutter geringer als bei Nassfutter.

Die Nachteile von Trockenfutter

  • Trockenfutter gilt gerade als Alleinfutter nicht als artgerecht, da Hunde in freier Wildbahn frisches Fleisch essen würden und kein zusammengepresstes und getrocknetes Fleisch und Gemüse.
  • Die wenigsten Trockenfutterhersteller nutzen frische Rohstoffe und Zutaten. Häufig wird zum Beispiel mit Fleischmehlen gearbeitet, deren Herkunft oft schwer zurückzuverfolgen ist und die qualitativ nie so hochwertig sind wie frisches Fleisch. Generell sollte der Fleischanteil nicht zu gering sein.
  • Hunde, die zu Übergewicht neigen, haben mit Trockenfutter häufig Probleme, den richtigen Sättigungsgrad zu finden. Das Futter quillt nämlich erst im Magen auf, wodurch die Gefahr besteht, dass sie zu viel fressen. 
  • Wird das Hundetrockenfutter zu warm oder zu feucht gelagert, können sich Futtermilben und Schimmel auf dem Futter bilden. Die Lagerung sollte daher immer an einem trockenen, dunklen und kühlen Ort erfolgen.
  • Da Trockenfutter nicht saftig ist, fressen es einige Hunde nicht. 
  • Eine hohe Qualität ist bei Hundetrockenfutter entscheidend, da zum Beispiel einige Hersteller Getreidesorten verwenden, die Allergien bei Hunden auslösen können. Auch auf künstliche Konservierungsstoffe sollte geachtet werden – bei Futter in Bio-Qualität wird darauf in der Regel gänzlich verzichtet. 
  • Wenn dein Hund Medikamente braucht, kannst du diese nicht so gut unbemerkt im Trockenfutter untermischen wie bei der Fütterung Nassfutter.
  • Viele Trockenfuttersorten enthalten mehr pflanzliche Bestandteile als Fleisch. Lies dir immer gründlich die Inhaltsstoffe sowie die jeweiligen Anteile durch, um sicherzugehen, dass dein Hund alles bekommt, was er benötigt.
  • Es gibt Studien, die dauerhaft mit Trockenfutter gefütterten Hunden eine verfrühte Alterung und eine geringere Lebenserwartung sowie mehr Krankheiten bescheinigen.
  • Einige Trockenfuttersorten enthalten Zucker (oft als Glukose, Saccharose, Karamellsirup, Gerstenmalz oder Dextrose bezeichnet), der für Hunde nicht gut ist. 
  • Dein Hund benötigt viel Wasser, um das Trockenfutter im Magen ausreichend aufspalten und verdauen zu können.

Das solltest du beim Kauf von Trockenfutter beachten

Wenn du eine angebrochene Packung Trockenfutter zu Hause hast, achte darauf, es luftdicht zu lagern. Andernfalls können die Aromen und die knackige Konsistenz verloren gehen. Wenn du Trockenfutter kaufst, muss die Verpackung intakt ist. Das Futter sollte nach dem Öffnen der Verpackung aromatisch riechen. Wenn es muffig oder säuerlich riecht, ist es wahrscheinlich verdorben und könnte deinem Hund schaden.

Auch wenn du Krabbeltiere oder ihre Bissspuren und Hinterlassenschaften im Futter entdeckst, war das Futter wahrscheinlich nicht richtig gelagert und sollte nicht genutzt werden. Kaufe am besten Trockenfutter, das aus frischen Produkten mit relativ hohem Fleischanteil und nicht aus Fleischmehl hergestellt wird. So stellst du die beste Qualität für deinen Vierbeiner sicher. Neben dem Fleischanteil sollte das Hundetrockenfutter bei Hunden mit Allergien gegen Getreide natürlich auch getreidefrei sein.

So erkennst du, ob dein Hund das richtige Trockenfutter bekommt

Wenn dein Hund sein Futter ohne Auszusortieren frisst, spricht das dafür, dass er es mag. Es gibt weitere Indizien, auf die du achten kannst, um zu wissen, ob Trockenfutter das richtige für deinen Hund ist:

  • sein Fell ist seidig-glänzend und nicht fettig
  • er riecht nicht übermäßig streng
  • er wirkt fit und agil
  • die Kotmenge ist nicht erhöht

Zur Erklärung: Eine erhöhte Kotmenge kann dafür sprechen, dass dein Hund das Trockenfutter zum Teil unverdaut wieder ausscheidet und somit nicht alle Nährstoffe aufnimmt. Wenn du das beobachtest, solltest du in Erwägung ziehen, das Hundefutter zu wechseln.

Nährstoffe und Co: Worauf kommt es bei der Hundeernährung an?

Entscheidend ist, dass dein Hund so ernährt wird, dass er alle Nährstoffe erhält, die er braucht. Insbesondere beim Thema Trockenfutter sind sich viele Experten uneinig, ob es eine gute Form der Hundeernährung ist oder ob Nassfutter oder sogar Barfen nicht eigentlich besser sind. Schließlich gibt es nicht nur viele Argumente dafür, sondern auch einige dagegen und besonders das Thema artgerecht tritt dabei immer wieder auf.

Um die Ernährung des Hundes und von Welpen artgerechter zu halten und ihn nicht nur mit Trockenfutter zu ernähren, empfehlen daher viele Hunde-Ernährungsexperten eine Mischung aus Nass- und Trockenfutter anstatt der Verwendung von Hundetrockenfutter als Alleinfutter. So kann der Hund zu verschiedenen Uhrzeiten entweder Trocken- oder Nassfutter erhalten. Beides zur selben Zeit zu füttern ist nicht optimal, da es unterschiedlich verdaut wird und dadurch zu Durchfall oder Blähungen kommen kann.

Informiere dich ausgiebig

Wenn du unsicher bist, was du deiner Fellnase am besten zu Fressen geben sollst, kannst du dich mit einem Ernährungsberater oder Tierarzt besprechen. Auch das umfassende Informieren anhand von Fachliteratur ist wichtig, damit du dir selber ein Bild über die verschiedenen Ernährungsweisen machen kannst.

Du kannst auch über längere Zeiträume selber verschiedene Futter-Varianten ausprobieren und beobachten, wie dein Hund auf die verschiedenen Ernährungsformen reagiert. Eine Futterumstellung zum Beispiel von Nass- auf Trockenfutter vertragen viele Hunde auch ohne Umgewöhnungszeit. Wenn du auf Nummer Sicher gehen willst, kannst du das Hundefutter aber langsam austauschen und deinen Hund so stufenweise an das neue Futter gewöhnen.

Bildnachweis: DoraZett | Adobe Stock

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