Der Jagdtrieb beim Hund und wie er sich abgewöhnen lÀsst

Das Jagdverhalten einiger Rassen ist genetisch bedingt. Man hat sie in frĂŒheren Zeiten speziell fĂŒr die Jagd gezĂŒchtet und im Laufe der Domestizierung wurde daran kaum etwas geĂ€ndert. In praktisch jedem Hund, nicht nur in typischen Jagdhunden, steckt ein JĂ€ger. Der Jagdtrieb ist aber nicht bei allen gleich stark ausgebildet.

Hunderassen, bei denen er bewusst gefördert wurde, sind keine AnfĂ€ngerhunde. Ihre Körpersprache und ihr Verhaltenâžč muss ein Hundehalter richtig einschĂ€tzen und handeln können.

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Rassen, bei denen der Jagdtrieb stark ausgeprÀgt ist

Zu den bekanntesten vierbeinigen JÀgern gehören zum Beispiel:

  • Beagle
  • Basset
  • Retriever
  • Weimaraner
  • Bloodhound
  • Rauhaardackel
  • Irischer Wolfshund
  • Rhodesian Ridgeback

Beim Jagdtrieb handelt es sich um eine natĂŒrliche Eigenschaft, den der Hund von seinen Urahnen geerbt hat. Vergiss nicht, dass du einen Nachfahre des Wolfes an der Leine hast!

Lesetipp: Verhalten von Hunden verstehen und beeinflussen ▷

Was löst das typische Jagdverhalten aus

Wenn dein Vierbeiner eine vermeintliche Beute sieht und ihr hinterherjagt, hat das nichts mit deinem Futterangebot zu tun. Er hat keinen Hunger, sondern kann einfach nicht anders: ErspĂ€ht er eine Beute, hetzt er sie. Jagdhunde sind auch dafĂŒr bekannt, sehr schnell auf bestimmte GerĂŒche und GerĂ€usche zu reagieren. Ihr Erregungslevel ist tief und das Reaktionsvermögen schnell. Bereits beim Welpen einer typischen Jagdhunderasse kannst du das beobachten. Er wird sich sehr schnell in die Richtung orientieren, aus der Anzeichen einer Beute kommen.

Wie sich das Jagdverhalten zeigt

Das angeborene Jagdverhalten abzugewöhnen, ist schwierig. Es lÀuft nach einem gewissen Schema ab, das du kennen musst, bevor du mit der Erziehung anfÀngst:

  • Mit Ohren und Nase wird eine Beute aufgespĂŒrt. Jagdhunde lieben es zu Suchen und zu Stöbern. Das Reh am Waldrand realisieren sie ebenso, wie die Maus in der Speisekammer.
  • Sie lauern der Beute auf und schleichen sich an.
  • Anschließend beginnt die Hetzjagd.
  • Hat der Jagdhund das Tier erreicht, greift er es an und packt es.
  • Gelingt es der Beute nicht, dem Vierbeiner zu entkommen, wird die getötet.
  • Nicht immer wird das Opfer sofort verspeist, manchmal hebt der Hund sie fĂŒr einen spĂ€teren Zeitpunkt auf, schleppt sie weg oder verbuddelt sie.

Sofern du kein JĂ€ger bist, ist es strafbar, wenn dein Hund wilde Tiere erlegt. Es ist keine Entschuldigung, dass er den Jagdtrieb nun mal im Blut hat. Das muss dir bewusst sein, wenn du dich fĂŒr eine Hunderasse mit ausgeprĂ€gtem Jagdtrieb entscheidest. In Deutschland kennt man drastische Strafen fĂŒr das Jagen und/ oder Töten von Wildtieren.

Und noch etwas musst du wissen:

Dein Vierbeiner blendet im Jagdmodus alles andere um sich herum aus. Er ist plötzlich verschwunden und hört oft auch nicht mehr auf den Zuruf seines Menschen. Irgendwann kommt er abgekĂ€mpft zurĂŒck. Hoffentlich! Es kam schon mehrfach zu ZwischenfĂ€llen, in denen ein JĂ€ger versehentlich (oder absichtlich?) einen Haushund erschoss. Auch eine vielbefahrene Straße kann dem Hund zum VerhĂ€ngnis werden.

Jagdtrieb abgewöhnen: Was kannst du bei einem stark ausprÀgten Jagdtrieb beim Hund tun

Komplett aberziehen kann man den Jagdinstinkt nicht. Aber mit frĂŒhzeitiger guter Erziehung und einer Art Antijagdtraining bekommst du ihn weitestgehend unter Kontrolle. Bevor du verzweifelst, ist es empfehlenswert, deinen Vierbeiner in einer guten Hundeschule anzumelden. Je frĂŒher das Antijagdtraining passiert, desto besser. Ein professioneller Hundetrainer bringt der Fellnase bei, dass sie nicht jagen darf und es gar nicht erst versuchen sollte.

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Schwierig wird es, wenn ein Ă€lterer Hund bisher keine zuverlĂ€ssige FĂŒhrung hatte. Je öfter er bisher Gelegenheit hatte, seinem Jagddrang nachzugehen, desto schwerer kann man ihm diesen abgewöhnen. Trotzdem sollte kein Aufwand gescheut werden, um auch einem ausgeprĂ€gten JĂ€ger zu ermöglichen, ohne Leine zu laufen. FĂŒr hartnĂ€ckige FĂ€lle gibt es vielerorts Einzelunterricht. Daran nehmt ihr beide teil. Du erhĂ€ltst gleichzeitig wichtiges Hintergrundwissen, wĂ€hrend dein Vierbeiner praktischen Unterricht unternimmt.

Die Basis fĂŒr einen entspannten Spaziergang ohne Jagd: BeschĂ€ftigung ist das A und O

Das im Antijagdtraining erlernte muss mit einem gut durchdachten Alltag verbunden werden. Überlege dir, wie du deinen Hund auf einem Spaziergang zusĂ€tzlich fordern kannst. Eventuell gibt es in deiner NĂ€he einen Hundesportplatz, wo er sich auspowern kann. Oder du lĂ€sst dir Aufgaben fĂŒr ihn einfallen. Viele Hunde schleppen gerne Zweige und Äste mit sich herum. Fast alle Vierbeiner mögen Apportieren oder Suchspiele.

Nimm ein entsprechendes Spielzeug mit oder suche passende GegenstĂ€nde in der Natur. Du bekommst deinen JĂ€ger am besten in den Griff, indem du ihm die Möglichkeit gibst, sich intensiv zu bewegen. FĂ€hrst du gerne Fahrrad, wird er mit Freude mitlaufen und danach wohltuend mĂŒde einschlafen. Alles, was ihn von seinem Jagdtrieb ablenkt und Spaß macht, ist erlaubt. Spare nicht mit Lob und Leckerli. Das hat sich ein gehorsamer Vierbeiner verdient!

Zeige deinem Vierbeiner, dass genĂŒgend Futter vorhanden ist

Auch wenn Hunger nicht die eigentliche Ursache fĂŒr das Jagdverhalten vom Hund ist, kann folgender Trick hilfreich sein. Zeige deinem Lieblings, dass du ausreichend Futter einpackst. Wenn du immer die gleiche Dose verwendest, realisiert er, dass etwas Leckeres zum Fressen beim Spazierengehen dabei ist.

Nimmt er Witterung auf und spitzt die Ohren, dann lenke die Aufmerksamkeit der Fellnase auf sein Futter. Folgt er brav, darf er fressen. Das hat nichts mit Verwöhnen zu tun. Um ihm das Jagen mit Antijagdtraining abzugewöhnen ist es wichtig, dass er in deiner NÀhe ist und sich auf dich konzentriert.

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Der Jagdhund an der Schleppleine

Als nĂŒtzlich hat sich in der Hundeerziehung die Schleppleine erwiesen. Sie gibt dem Tier in einem bestimmten Radius viel Freiheit, hĂ€lt den Hund aber gleichzeitig unter Kontrolle. Hierzu muss ein Kommando eingeĂŒbt werden, auf welches hin er jederzeit zu dir zurĂŒckkehrt. Sobald die Leine spannt, wird er gerufen und du bleibst einfach stehen. Wenn er brav folgt, gibt es zur Belohnung natĂŒrlich einen Snack.

Du brauchst eine Engelsgeduld, um einen Hund, der bisher keine strengen Regeln kannte, das Jagen abzugewöhnen. Welche Methoden du letztendlich anwendest, spielt keine Rolle. Das Ergebnis ist wichtig. In vielen Haushalten in Deutschland leben Jagdhunde mit ihren Menschen ohne Probleme zusammen. Diese Vierbeiner sind der beste Beweis, dass mit artgerechter Erziehung der Jagdtrieb gebremst werden kann.

Bildnachweis: © tmart_foto | Adobe Stock

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