Welpenratgeber fĂŒr einen guten Start ins Hundeleben

Wenn du dich entschieden hast, einen Welpen bei dir aufzunehmen, wird er zuerst einmal dein Leben auf den Kopf stellen. Das kleine FellknĂ€uel erfordert deine ganze Aufmerksamkeit und Liebe. Es lohnt sich, die abenteuerliche Zeit mit viel Geduld und Humor zu nehmen. Wenn du alles richtig anpackst, wird dir dein Vierbeiner fĂŒr viele Jahre ein treuer Freund sein. Dieser Welpenratgeber kann dir dabei helfen.

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Kannst du einem Hund wirklich ein artgerechtes Zuhause bieten?

Wer ein eigenes Haus oder einen Bauernhof besitzt, darf frei entscheiden, ob er sich einen Hundewelpen kaufen möchte. Anders sieht es aus, wenn du in einer Mietwohnung lebst. Dann bestimmt der Vermieter, ob er Haustiere, und speziell Hunde, in seinen Wohnungen erlaubt, oder nicht. HÀufig steht bereits im Mietvertrag, dass Hundehaltung nicht gestattet ist. Damit sollen vor allem Nachbarschaftsstreitigkeiten vorgebeugt werden. Nicht jeder ist ein Hundefreund. Hat ein Nachbar gar Angst vor Hunden oder bellt ihr Vierbeiner viel, hÀngt schnell der Haussegen schief.

Bei einem guten nachbarschaftlichen VerhĂ€ltnis und wenig Mietparteien, kann es sich lohnen, nachzufragen, ob alle einverstanden wĂ€ren, wenn du dir einen tierischen Mitbewohner ins Haus holst. Möglicherweise ließe sich der Vermieter in dem Fall umstimmen. Eine Erlaubnis solltest du dir vor dem Welpenkauf auf jeden Fall schriftlich geben lassen.

Der Welpenkauf: Wo du deinen Welpen finden kannst

Es macht einen Unterschied, ob du ein HĂŒndchen aus dem Ferienland mit nach Hause nimmst, oder vom ZĂŒchter holst. Vor allem, wenn es dein erster Hund ist, solltest du ihn von einem ZĂŒchter kaufen oder aus dem Tierheim aufnehmen. FĂŒr HundeanfĂ€nger ist es wichtig, dass jederzeit eine fachkundige Ansprechperson vorhanden ist.

Welpenratgeber-Tipp: Im Idealfall durfte der Kleine die ersten acht bis zehn Wochen mit seiner Mutter und seinen Geschwistern verbringen und bereits einiges lernen. Aber nicht jeder Vierbeiner hat einen glĂŒcklichen Start ins Leben. Bist du unerfahren, schlĂ€gt die Freude womöglich in Stress und Zweifel um, wenn nicht alles so klappt, wie du dir das erhofft hast. Der Welpe einer StraßenhĂŒndin aus dem Ferienland steckt voller Überraschungen. Nicht nur, dass du nicht weißt, was er und seine Mama womöglich schon erleben mussten: Es ist auch unklar, welche Rassen in dem kleinen Mischling stecken.

Auch interessant: Beißhemmung bei Welpen trainieren: So gehst du vor

Vorsicht ist geboten, wenn Welpen im Internet, zum Beispiel auf Facebook, angeboten werden. Nicht immer ist nachvollziehbar, woher diese Hundewelpen stammt. Allerdings sollte nicht jeder gleich unter Verdacht gestellt werden. Es gibt auch HobbyzĂŒchter, die ihrer HĂŒndin einfach einmal ermöglichen möchten, Mama zu werden und die Welpen dann verkaufen. Aber auch hier gilt: Wenn du noch keine Erfahrungen mit eigenen Hunden hast, solltest du auf Nummer sicher gehen. Tipps vom ZĂŒchter sind vor allem fĂŒr Hundeneulinge wichtig!

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Welpenratgeber: Welcher Welpe darf es sein?

Zugegeben, niedlich sind alle Hunde, wenn sie, erst wenige Wochen alt, tapsig auf großen Pfoten ihre ersten Erkundungstouren im Zimmer oder im Garten unternehmen. Die Wahl der richtigen Rasse sollte aber nicht nach dem Welpen-Niedlichkeitsfaktor in den ersten Lebenswochen erfolgen. Befasse dich ausfĂŒhrlich damit, welche Rasse zu dir und deinen LebensumstĂ€nden passt. In einem Jahr wirst du es mit einem ausgewachsenen Vierbeiner in der PubertĂ€t zu tun haben. Dann macht es einen entscheidenden Unterschied, ob du dein Zuhause mit einem Dackel oder einem Berner Sennehund teilst.

Folgende Fragen solltest du dir stellen, bevor du dich fĂŒr einen Hund entscheidest:

  • Erlaubt mein Job, dass ich als Frauchen oder Herrchen ausreichend Zeit mit meinem Hund verbringe?
    Bis zu sechs Stunden können Hunde allein daheim blieben. Das sollte aber nicht die Regel sein – erst recht nicht bei Hundewelpen. Bei unregelmĂ€ĂŸigen oder lĂ€ngeren Arbeitszeiten musst du einen vertrauenswĂŒrdigen und tierlieben Hundesitter in deiner nĂ€heren Umgebung suchen.
  • Welche Rasse passt zu meinen Hobbys?
    Machst du es dir gerne zu Hause und im Garten gemĂŒtlich, oder zieht es dich auf lange Wandertouren? Hast du Kinder? Reist du hĂ€ufig mit den ÖV?
  • Gehört meine Lieblingsrasse zu den Listenhunden? Sollte das der Fall sein, erkundige dich bitte ĂŒber die Auflagen in deinem Bundesland!
  • Ist der Kleine mein einziger Hund? Hast du bereits andere Hunde hast, mĂŒssen sich natĂŒrlich alle vertragen. In dem Fall gilt es besonders abzuwĂ€gen, welche Rasse du wĂ€hlst. Auch ob eine HĂŒndin oder ein RĂŒde neu in deine Familie kommt, ist entscheidend.
  • Wie sind meine Wohnbedingungen?
    In einem Wohnblock solltest du dich fĂŒr eine kleine, wenig bellende Rasse entscheiden. Im Eigenheim mit Garten darf es auch ein großer Hund sein.
  • Passt mein „Wunschhund“ zu meiner Familie? Wenn du nicht alleine lebst, sollten alle Familienmitglieder in die Wahl des passenden Hundes mit einbezogen werden.

Auch dein Alter spielt bei der Entscheidung fĂŒr eine bestimmte Hunderasse und beim Welpenkauf eine Rolle. Ein Hund wird durchschnittlich 10 bis 13 Jahre alt. NatĂŒrlich kann es sein, dass du dich mit ĂŒber 60 noch fit fĂŒhlst und ein aktiver Mensch bist. Aber, wie sieht es in 10 Jahren aus?

Passt ein RĂŒde oder eine HĂŒndin besser zu dir?

Bei einem Welpen spielt das Geschlecht noch keine wesentliche Rolle. Das Ă€ndert sich aber schnell. NĂ€mlich sobald der Vierbeiner geschlechtsreif wird. RĂŒden beginnen dann damit, ihre Konkurrenz und das Umfeld stĂ€ndig im Auge zu haben, wĂ€hrend HĂŒndinnen oft einfacher zu handhaben sind.

Ein kurzer Überblick ĂŒber Vor- und Nachteile von RĂŒde und HĂŒndin

  • RĂŒde: Mit der Geschlechtsreife wird aus dem niedlichen kleinen Hundewelpen ein Halbstarker, der sich gerne mal mit Geschlechtsgenossen misst. Dann plustert er sich auf und will allen zeigen, was fĂŒr ein toller Kerl er doch ist. Damit musst du umgehen können und ihm auch gelegentlich seine Grenzen aufzeigen, wenn es zu viel des Guten ist.

    Du hast zwar, anders als bei einer HĂŒndin, kein Problem mit LĂ€ufigkeit oder gar Nachwuchs, aber möglicherweise hin und wieder einen Hund mit Liebeskummer. Das passiert dann, wenn es in der nĂ€heren Umgebung eine lĂ€ufige HĂŒndin gibt. Dann wird dein RĂŒde nichts unversucht lassen, zu ihr zu gelangen. Er kann sehr ausdauernd sein und winseln oder gar das Futter verweigern und bei der ErnĂ€hrung Probleme bereiten. Ein Fall fĂŒr den Tierarzt wird er allerdings dadurch nicht: Im Normalfall geht diese Phase recht schnell vorbei.

  • HĂŒndin: Mit einer HĂŒndin hast du zweimal im Jahr ein Problem, nĂ€mlich wĂ€hrend der LĂ€ufigkeit. Diese dauert jeweils etwa drei bis vier Wochen. EmpfĂ€ngnisbereit ist sie nur wenige Tage. Aber die gesamte Zeit ĂŒber werden RĂŒden nicht von ihr lassen wollen. Sie riechen die HĂŒndin auch ĂŒber weite Distanzen und können ganz schön aufdringlich werden. Aber nicht nur die Herren spielen dann verrĂŒckt, auch manche HĂŒndin versucht alles, um zu einem RĂŒden zu kommen. Du musst sie in dieser Zeit an der Leine fĂŒhren. Am besten lauft ihr in Gegenden, in denen es nicht zu viele andere Hunde gibt.

    Mitunter wird eine HĂŒndin scheintrĂ€chtig. Das kann eine kurze Phase sein. Manchmal nimmt es auch Formen an, die schon als verhaltensgestört angesehen werden mĂŒssen. Dann sammelt sie GegenstĂ€nde als Welpenersatz und zeigt depressive ZĂŒge.

Ganz gleich, wie du dich entscheiden wirst: Dein Tier braucht viel VerstĂ€ndnis, aber muss auch seine Grenzen kennenlernen. ZĂŒchter oder erfahrene Hundehalter helfen mit Tipps, wie du und dein Liebling diese Zeit gut ĂŒberstehen.

Nach dem Welpenkauf: Die Wohnung auf das neue Familienmitglied vorbereiten

Bevor dein Hundebaby einziehen kann, heißt es, deine Wohnung oder dein Haus „welpensicher“ zu machen. FĂŒr den Kleinen ist zuerst einmal alles interessant, was sich in seiner Umgebung befindet. Deshalb ist der erste Schritt, bevor ein Welpe einzieht, alle Zimmer zu inspizieren und einige GegenstĂ€nde weg- oder umzurĂ€umen:

  • Erkundige dich im Voraus, ob deine Zimmerpflanzen giftig fĂŒr das Tier sind. Hundewelpen knabbern gern daran. Aber nicht nur das: Sie lieben es auch, in der Erde zu wĂŒhlen, können kleinere Pflanzen umwerfen und Vasen kaputt machen.
  • Bis der Kleine stubenrein ist, sollten wertvolle Teppiche in Sicherheit gebracht werden. Es ist normal, dass er anfangs sein GeschĂ€ft ĂŒberall verrichtet.
  • Welpen knabbern gern alles an. Ein Klassiker sind zerkaute Schuhe. Aber auch lange Gardinen oder Polstermöbel sind nicht vor ihnen sicher.
  • Treppen machen dem Welpen wahrscheinlich Angst, es sei denn, du hast ein besonders aufgewecktes Kerlchen erwischt. Dann kannst du die TreppenaufgĂ€nge mit einem Kindergitter sichern.
  • Auch elektrische Kabel gehören zur Lieblingsbeute. Daran kann man so schön zerren und sie durchbeißen. Also unbedingt rechtzeitig in Sicherheit bringen!

Dein HĂŒndchen lĂ€sst sich mit Sicherheit noch mehr Blödsinn einfallen. Es ist kaum möglich, alle Vorkehrungen zu treffen. Aber du kannst grĂ¶ĂŸere SchĂ€den vorbeugen und solltest das unbedingt tun! Dabei geht es nicht nur um materiellen Verlust, sondern auch um die Sicherheit des kleinen FellknĂ€uels.

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Welpenratgeber fĂŒr die Ausstattung – das braucht dein Welpe

Noch bevor das neue Familienmitglied einzieht, muss die Grundausstattung besorgt werden. Der ZĂŒchter oder das Tierheim geben dir Auskunft, welches Futter der Kleine bisher bekam. Zumindest anfangs solltest du ihm dieses weiterhin anbieten. Er wird ohnehin schon aus seiner gewohnten Umgebung genommen und muss sich dir anpassen. Dann muss wenigstens das Futter das gleiche sein. Und dafĂŒr braucht er, ebenso wie fĂŒr Wasser, leicht zu reinigende, rutschfeste NĂ€pfe.

Sein Bettchen oder Kissen wird er besonders gerne in Beschlag nehmen, wenn er von „zu Hause“ seine Decke mitnehmen darf. Die riecht vertraut und macht ihm das Umgewöhnen leichter. Es ist wenig sinnvoll, das teuerste Hundebett zu kaufen. Wahrscheinlich wird der Welpe es ohnehin zerkauen und nur ein paar Monate darin schlafen. Hauptsache, es ist gemĂŒtlich und groß genug, um sich auch mal so richtig ausstrecken und rekeln zu können.

Im Zoofachhandel findest du jede Menge Welpenspielzeug. WĂ€hle nur wenig aus, um deinen Vierbeiner nicht zu ĂŒberfordern. Wichtig ist, dass das Spielzeug speziell fĂŒr Welpen angeboten wird. Kleine Teile, die sich lösen können, könnten ihm zum VerhĂ€ngnis werden.

Eine Hundebox ist nicht nur fĂŒr den Transport nĂŒtzlich, sondern bietet dem Welpen auch eine gesicherte „Unterkunft“, um zur Ruhe zu kommen. Am besten kaufst du gleich eine grĂ¶ĂŸere, sodass du sie auch spĂ€ter noch verwenden kannst, wenn dein Liebling ausgewachsen ist.

NatĂŒrlich werden auch Leine und Halsband benötigt. FĂŒr kleine Hunde kann ein Brustgeschirr die bessere Wahl sein. Der ZĂŒchter kann auch hier wertvolle Tipps geben. Hast du deinen Welpen nicht von einem ZĂŒchter gekauft, hilft dir das Personal im ZoofachgeschĂ€ft bei der Auswahl. Hier erfĂ€hrst du auch, welches Zubehör du benötigst, wenn du den Welpen im Auto mitnehmen möchtest.

Letztendlich solltest du noch rechtzeitig eine BĂŒrste sowie eine Zeckenzange kaufen.

Die Sozialisierung von Welpen

Wie die Hundemama den Charakter des Welpen beeinflusst

Wenn der Welpe zu dir kommt, bringt er bereits erste Erfahrungen mit. Seine Mama hat im Idealfall schon in der ersten Lebenswoche angefangen ihn zu erziehen. Wollte sie sein Fell pflegen, musste er sich fĂŒgen. Und saugen durfte er nur dann, wenn Mama es erlaubte. Zwar ist jede Hundemutter anders, wĂ€hrend die eine viel durchgehen lĂ€sst, zeigt sich die andere strenger. Aber so ganz ohne Richtlinien wuchs der Kleine bisher garantiert nicht auf. Auch beim Spiel mit seinen Geschwistern lernte er erste Regeln. Und noch etwas wurde ihm bisher (hoffentlich) vermittelt: Geborgenheit, Aufmerksamkeit und Vertrauen. Leider ist das nicht immer der Fall.

Ist die Mutter Ă€ngstlich oder aggressiv, ĂŒbertrĂ€gt sich das auf die Hundewelpen. Gab es bisher keinen Kontakt mit Menschen und musste der Welpe bereits stĂ€ndig auf der Hut sein, hat das Folgen. Dann wird es in der Regel schwieriger, den Kleinen zu sozialisieren. Deshalb nochmals der Hinweis, dass fĂŒr HundeanfĂ€nger der niedliche Welpe der griechischen StraßenhĂŒndin zumeist eher nicht geeignet ist! Immer wieder bringen Touristen Hunde, die wild geboren wurden, mit nach Deutschland und kommen mit ihnen nicht zurecht. Die Vierbeiner landen letztendlich im Tierheim und mĂŒssen sich erneut in einem fremden Umfeld zurechtfinden. Bis sich hoffentlich jemand in sie verliebt und ihnen ein Zuhause bietet. Dann fangen die Eingewöhnungsphase und das Sozialisieren nochmals von vorn an.

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Der ZĂŒchter und dein Welpe

Ein professioneller ZĂŒchter wĂ€hlt die Eltern bewusst aus, um die angeborenen Anlagen des Hundes zu beeinflussen. Er beginnt etwa in der dritten Woche damit, die Kleinen zu sozialisieren. Du solltest die Möglichkeit nutzen, deinen Kleinen öfters beim ZĂŒchter zu besuchen, um zu sehen, wie er aufwĂ€chst. So lernt dich der Welpe bereits ein bisschen kennen, was ihm den Abschied von seiner Familie leichter machen wird.

Ideal ist, wenn der Welpe in ein Ă€hnliches Umfeld geboren wird, wie er es spĂ€ter bei dir vorfindet. Ein Hundebaby von einem Bauernhof wird sich beispielsweise schwerer ins Stadtleben eingewöhnen. Ist der kleine Hund von Anfang an von Kindern umgeben, macht er mit diesen gute oder schlechte Erfahrungen. Davon hĂ€ngt ab, ob er spĂ€ter eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenĂŒber deinen oder den Nachbarskindern haben wird.

Normalerweise wird der ZĂŒchter den Welpen mit ungefĂ€hr acht Wochen – im zweiten oder dritten Lebensmonat abgeben. Anschließend sollte er fĂŒr dich immer ein offenes Ohr haben. Schön ist es fĂŒr alle Beteiligten, wenn ihr euch nach einiger Zeit besucht. Mitunter bieten ZĂŒchter auch an, den Hund spĂ€ter als Feriengast aufzunehmen, wenn du zum Beispiel verreisen oder ins Krankenhaus musst.

Welpenratgeber: Jetzt geht es nach Hause

Die ersten Zeit solltest du die kleine Fellnase nicht alleine zu Hause lassen. Es ist ideal, wenn du Urlaub nehmen kannst. Ist das nicht möglich, hole ihn am besten an einem Freitag nach Feierabend beim ZĂŒchter ab. So bleiben euch immerhin ein Abend und zwei ganze Tage Zeit, sich aneinander zu gewöhnen.

Notiere dir am besten vor dem Abholen alle Fragen, die du dem ZĂŒchter noch stellen möchtest – etwa zur ErnĂ€hrung von Hundewelpen. Besprich auch mit ihm, wann du ihn anrufen kannst und nutze ihn im besten Fall als Ratgeber. Vielleicht hast du noch etwas auf dem Herzen. Und wenn nicht, ist es beruhigend zu wissen, dass jederzeit ein Ansprechpartner da wĂ€re.

Du solltest auf jeden Fall in Erfahrung bringen, wie viele Mahlzeiten der Kleine bisher erhielt, wann die FĂŒtterung stattfand und wie seine ErnĂ€hrung aussieht. Was sind seine Lieblingsspielzeuge? Ist er geimpft? Was hat er schon erlebt? Gute ZĂŒchter packen ein paar Dinge als Abschiedsgeschenk fĂŒr den Welpen ein. Zum Beispiel ein Kissen, dass nach seiner Mama riecht oder ein paar Portionen Lieblingsfutter.

FĂŒr die Heimfahrt sollte der Transportkorb oder die Transportbox mit saugfĂ€higen Unterlagen ausgestattet sein. Wenn möglich, nimm eine zweite Person mit. Sollte die Fahrt lĂ€nger dauern, sind ausreichend Pausen wichtig. So wird die Trennung von der gewohnten Familie fĂŒr den Welpen nicht so dramatisch. Es kann zwischendurch auf kleinen AusflĂŒgen viel Spannendes entdecken. Vielleicht schlĂ€ft es sogar ĂŒber die vielen neuen EindrĂŒcke ein. Du musst aber auch damit rechnen, dass es ihm vielleicht auf der Fahrt schlecht wird. Möglicherweise bekommt der Vierbeiner vor Aufregung Durchfall. Das ist normal und kein Grund, ĂŒbermĂ€ĂŸig besorgt zu sein.

Endlich mit dem Welpen zu Hause!

Sei nicht enttĂ€uscht, wenn dein Welpe nach der Ankunft in seinem neuen Zuhause anders reagiert als erwartet. FĂŒr ihn war der Tag anstrengend. Und er weiß im Moment noch nicht einzuordnen, wie ihm geschieht. Mama, Geschwister und ZĂŒchter sind nicht mehr da. Du bist ihm fremd. Die anderen Familienmitglieder ebenso. Er ist mĂŒde, vielleicht auch ĂŒberdreht. Eigentlich sollte er jetzt viel Ruhe haben. Aber da gibt es jede Menge neue EindrĂŒcke! Zeige ihm einfĂŒhlsam sein neues Reich. Er möchte sehen, wo sein Futter und Wasser stehen und wo sein Schlafplatz ist. Liegt im Hundebettchen Mamas Kissen oder Decke, zieht er sich vielleicht erst einmal dahin zurĂŒck.

Fange auf keinen Fall sofort mit der Erziehung an. Die ersten paar Tage braucht das Hundebaby Ruhe und die Möglichkeit, deinen Tagesablauf kennenzulernen. Bitte Besucher um VerstĂ€ndnis, dass sie erst nach der Eingewöhnungsphase vorbeikommen, um das neue Familienmitglied zu begrĂŒĂŸen.

Auch Hunde können Heimweh empfinden und wahrscheinlich wird das bei deinem Welpen der Fall sein. Zwei bis drei NĂ€chte darfst du ihm besonders viel NĂ€he geben, indem sein Körbchen neben deinem Bett steht. Manche Hundebesitzer legen sich sogar die ersten NĂ€chte zu dem kleinen FellknĂ€uel auf den Boden. So merkt es rasch, dass es nicht alleine ist und fĂŒhlt sich beschĂŒtzt und behĂŒtet. Allerdings sollte so nach und nach der nĂ€chtliche Abstand vergrĂ¶ĂŸert werden. Das Ziel sollte sein, dass der Welpe so bald als möglich lernt, in einem anderen Zimmer als sein Mensch zu schlafen.

Was heißt eigentlich Sozialisierung?

Nach der ersten Eingewöhnungsphase solltest du sofort mit der Hundeerziehung beginnen. Allgemein wird dabei von Sozialisierung gesprochen. Der Welpe muss den Umgang mit Menschen und Artgenossen sowie anderen Tieren lernen. Das Ziel der Sozialisierung ist, dass er mit dir kommuniziert, deine Signale richtig deuten kann und in verschiedenen Situationen angemessen reagiert.

Ein Fehler, den viele Hundehalter machen, ist, mit der Sozialisierung erst zu beginnen, wenn der Vierbeiner dem Welpenalter entwachsen ist. Das ist dann ein schwieriges Unterfangen. Schon nach wenigen Monaten kommt der Hund in die PubertĂ€t. Und mal ehrlich, wer wĂŒrde schon sein Kind erst im Teenageralter erziehen wollen? So ist eine Welpenerziehung in aller Regel schon ab dem ersten Lebensmonat sinnvoll.

Ein Welpe kann bereits mit etwa acht Wochen vieles lernen, was ihn zu einem guten Freund und Begleiter macht. Was du ihm jetzt beibringst, ist wichtig fĂŒr ein ganzes Hundeleben. Das heißt: Im Alter bis ungefĂ€hr 14 Wochen entscheidet sich, ob der Vierbeiner selbstsicher und entspannt durchs Leben geht. Jetzt wird der Grundstein dafĂŒr gelegt, ob er sich mit Menschen allgemein und mit Kindern im Besonderen versteht. Ob er andere Tiere akzeptiert, brav an der Leine lĂ€uft und ob er ein zuverlĂ€ssiges, gehorsames Familienmitglied wird.

Mit dem Welpen in die Hundeschule

Es ist nicht Pflicht, aber empfohlen, fĂŒr eine konsequente und liebevolle Welpenerziehung mit ihm in die Hundeschule zu gehen. Angeboten werden sowohl Einzel- als auch Gruppenunterreicht. Vor allem die Welpengruppe wird dem kleinen Spaß machen. Mit verschiedenen Rassen zu toben, zu spielen und zu lernen, ist ein wichtiger Schritt, sich mit anderen Hunden zu verstehen. Ein junger Hund sollte grundsĂ€tzlich die Möglichkeit bekommen, regelmĂ€ĂŸig mit Artgenossen zusammenzukommen. In der Welpenschule erfĂ€hrt dein Liebling, wie andere Rassen sich verstĂ€ndigen und kann spĂ€ter beim Aufeinandertreffen Körperhaltung und Gesten verstehen.

In Einzelstunden ist dein Welpe der Mittelpunkt. Er lernt ganz normale Alltagssituationen kennen und damit umzugehen. Aber nicht nur er hat zu lernen: Auch du wirst geschult, wie du mit Liebe, Konsequenz und Geduld schwierige Situationen in den Griff bekommst und Probleme verhinderst.

Sitz, Platz, Aus – durch Welpenratgeber Kommandos beibringen und Welpenerziehung beginnen

Ein Hund muss in jeder Situation auf gewisse Kommandos hören. Das wichtigste ist „Hierher!“. Aber auch Sitz, Platz und Aus muss jeder Hund befolgen. Du benötigst viel Geduld, bis dein Vierbeiner verstanden hat, was von ihm verlangt wird. Kommandos sind einerseits wichtig, um entspannt miteinander in einer Wohnung zu leben. Anderseits dienen sie beim Gassigehen oder Toben auf einer Wiese der allgemeinen Sicherheit.

Sei nicht enttĂ€uscht, wenn dein Welpe etwas lĂ€nger braucht als der von anderen Hundehaltern. Jeder Hund hat einen eigenen Charakter und der eine lernt schneller, der andere braucht etwas lĂ€nger. Spare nicht mit Lob und Belohnungen. Vor allem aber soll es euch beiden Freude machen, Kommandos einzustudieren. Gib auf keinen Fall auf! Nur wenn dein Hund folgt, kann er dich in die Stadt begleiten, könnt ihr stressfrei mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen und viel Spaß zusammen haben.

Sobald die wichtigsten Kommandos sitzen, könnt ihr KunststĂŒcke trainieren. Das beliebteste ist sicher: Gib Pfötchen! Auch wenn dein Vierbeiner nicht versteht, warum er das tun soll, merkt er schnell, dass er damit Freude auslöst.

Körperpflege und Stubenreinheit

Es gibt fĂŒr die kleinen Hundewelpen so viel zu lernen. Und nicht alles ist angenehm. So schmerzt es zum Beispiel, wenn eine Zecke entfernt wird. Aber es nĂŒtzt alles nichts: Er muss das ĂŒber sich ergehen lassen. Auch die Fellpflege und sonstige Pflege sollte von Anfang an konsequent durchgefĂŒhrt werden, auch wenn sich der kleine Kerl noch so strĂ€ubt. Alles, was ein Welpe lernt, nimmt der erwachsene Hund spĂ€ter gelassener hin. NatĂŒrlich solltest du dem kleinen WollknĂ€uel nicht gewaltsam das Fell bĂŒrsten. Aber mit etwas Geduld, viel Lob und der Aussicht auf ein Leckerli und einer kleinen FĂŒtterung, klappt es bestimmt.

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Eine besondere Herausforderung ist es, einem Welpen beizubringen, stubenrein zu werden. Kaum wird er gelobt, weil er brav an einem Baum Pipi gemacht hat, schimpft man mit ihm, wenn er die große Zimmerpflanze fĂŒr sein GeschĂ€ft auswĂ€hlt. Das zu verstehen ist fĂŒr ihn nicht einfach.

Solange das Hundebaby noch nicht selber angibt, wenn es raus muss, gilt: Nach dem Fressen, nach dem Spielen sowie vor und nach dem Schlafen geht es sofort eine Runde ins Freie. Ein deutliches Anzeichen, dass es eilt ist ĂŒbrigens, wenn sich das HĂŒndchen im Kreis dreht und am Boden schnuppert.

Bitte nicht schimpfen, wenn deinem Welpen doch mal ein Malheur passiert. Und vergleiche deinen Vierbeiner nicht mit denen von anderen Hundehaltern. Auch bei Menschenkindern ist es individuell, wie lange sie Windeln tragen mĂŒssen.

Die Körpersprache des Welpen verstehen

Ein Hund ist sehr empathisch. Er versteht oft schneller als deine Partnerin oder dein Partner, wie es dir gerade geht. Und er reagiert darauf. Wenn dein Welpe bei dir einzieht, bringt er schon eine ganze Auswahl an Mimik, Lauten und Körpersprache mit. Wahrscheinlich wirst du diese sehr schnell verstehen. Mensch und Hund können sehr gut miteinander kommunizieren. Je mehr Zeit ihr miteinander verbringt, desto schneller kann dein Vierbeiner auch deine Sprache „decodieren“.

Hier ein kleine Übersetzungshilfe Hund – Mensch

  • Hinterteil in die Höhe strecken und Kopf zwischen die Vorderpfoten legen: Dein Welpe möchte spielen.
  • Pföteln, das heißt, der Hund hebt eine Pfote an: Er fĂŒhlt sich unwohl und möchte zeigen, dass er friedlich ist. Diese Beschwichtigungsgeste sieht man hĂ€ufig gegenĂŒber ranghöheren Hunden. Dich jedoch möchte dein Welpe lediglich mit dieser Geste zum Spielen auffordern.
  • Knurren und Murren: Welpen kennen Aggressionen noch kaum und wahrscheinlich ĂŒbt der Kleine noch. Vielleicht hat er es von einem erwachsenen Hund abgeschaut. Ab PubertĂ€t heißt es aber ganz klar, dass ihm gerade unbehaglich zumute ist.
  • Auf den RĂŒcken legen: Das Tier unterwirft sich und möchte StĂ€rkere oder uns Menschen beschwichtigen. Allerdings wĂ€lzt sich manch ein Vierbeiner wĂ€hrend des Streichelns auf den RĂŒcken, dann ist ihm einfach wohlig und er möchte, dass du am liebsten gar nicht mehr aufhörst.
  • GĂ€hnen: Nicht immer ist GĂ€hnen ein Zeichen von MĂŒdigkeit. Manchmal zeigt es auch Unsicherheit und der Hund möchte beschwichtigen.
  • Heulen wie ein Wolf: Der kleine Kerl fĂŒhlt sich verlassen und ruft nach seinem Rudel. Dein Welpe ist einsam und möchte in deiner NĂ€he sein.

Dein Welpe und du: ein Welpenratgeber-Fazit

Du hast dir einen Vierbeiner gewĂŒnscht, der mit dir die nĂ€chsten Jahre durch dick und dĂŒnn geht. Nun ist das kleine FellknĂ€uel bei dir eingezogen und du hast die Verantwortung dafĂŒr ĂŒbernommen. Damit ein guter Start ins Hundeleben gelingt, ist es wichtig, dich rechtzeitig mit artgerechter Haltung, Pflege und Erziehung deines Welpen zu befassen.

Scheue dich nicht, Hilfe vom erfahrenen Ratgeber anzunehmen, wenn du einmal ĂŒberfordert bist. Du kannst dich an den ZĂŒchter oder an eine Hundeschule wenden. Auch erfahrene Hundebesitzer geben gerne Tipps zur Hundeerziehung. Du wirst schnell in Kontakt zu anderen Hundefreunden kommen. Ein Welpe bringt dich mit vielen Menschen zusammen: Wer kann schon einfach vorbeilaufen, wenn so ein sĂŒĂŸes Hundebaby an der Leine auf dem Weg entlang tapst.

In jeder Hinsicht wird ein Welpe dein Leben bereichern und bei guter Erziehung viele Jahre dein treuer Begleiter und Freund sein!

Bildnachweis: © nataba | Adobe Stock

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