Durchfall beim Hund – Ursachen und Behandlung

Es gibt Vierbeiner, die leiden immer wieder unter Durchfall, während andere von Durchfall verschont bleiben. Warum ist das so und was sind die Ursachen für Durchfall? Auch wenn es nicht zu den angenehmsten Beschäftigungen eines Hundehalters gehört: Du kommst nicht drumherum, den Kot deines kranken Hundes Aufmerksamkeit zu schenken.

Nicht jeder Durchfall beim Hund ist gleich

Viele Durchfallerkrankungen sind harmlos und vergehen, ohne dass eine medikamentöse Behandlung notwendig ist. Andere erfordern einen dringenden Arztbesuch mit dem Hund. Damit die Tierarztpraxis schon bei der Terminvereinbarung einschätzen kann, wie dringend eine Konsultation wegen Durchfall ist und wie schwer die Erkrankung sein kann, muss sie wissen, wie der Kot des Hundes beschaffen ist.

Der Kot eines kranken Hundes kann:

  • blutig
  • schleimig
  • schleimig mit Blut durchsetzt
  • schwarz
  • dunkel oder dunkelrot
  • oder flüssig bis breiig sein.

Kommen beim Hund Symptome wie Blähungen, Fieber, Krämpfe, Gewichtszunahme, Gewichtsabnahme oder Erbrechen zum Durchfall dazu, können verschiedene, schwerwiegende Krankheiten vermutet, beziehungsweise ausgeschlossen werden.

Auf keinen Fall solltest du die Symptome zu Durchfall googlen oder dich in Facebookgruppen und Foren umhören. Hier bekommst du zwar gute gemeinte, aber nicht immer sinnvolle Tipps. Nur ein Veterinär kann eine genaue Diagnose stellen. Und er wird deinem Liebling helfen, wieder auf die Pfoten zu kommen. Also zögere nicht, gleich wenn die ersten Symptome einer Durchfallerkrankung auftreten, den Tierarzt anzurufen.

Ursachen, die beim Hund Durchfall auslösen können

Die Gründe und Ursachen, warum Hunde plötzlich Durchfall haben, sind sehr unterschiedlich. Das ist vergleichbar mit ähnlichen Beschwerden beim Menschen. Folgende Ursachen können dahinterstecken, wenn der Hund Verdauungsprobleme und Durchfall hat:

  • Verdorbenes Fressen. Wurde einem Hund nicht anerzogen, dass er am Wegrand weggeworfene Lebensmittel nicht fressen darf, schlingt er womöglich alles Essbare hinunter. Da können auch vergammelte Speisen oder sogar extra von Hundehassern vergifte Köder darunter sein.
  • Zu viel auf einmal fressen. Große Portionen bekommen nicht jedem Vierbeiner. Und auch hier gilt: Gefressen wird, was der Hundehalter ihm anbietet. Betteln und Stehlen sind ebenso tabu, wie Lebensmittel aus dem Abfall.
  • Stress, Kummer und Aufregung. Wer kennt das nicht, dass der Magen nervös reagiert, wenn wir uns in einer Ausnahmesituation befinden. Eine ernsthafte Krankheit oder Vergiftung kann in so einem Fall ausgeschlossen werden.
  • Nebenwirkungen von Arzneien. Muss dein Hund Medikamente nehmen und reagiert darauf mit Durchfall und/oder Erbrechen, solltest du umgehend den Tierarzt informieren.
  • Entzündung im Magen-Darm-Bereich. Hierfür kommen verschiedene Auslöser infrage. Das können Viren, Bakterien Pilze, Würmer, Kokzidien oder Giardien sein. Laboruntersuchungen bringen Licht ins Dunkel und der Tierarzt wird die nötige Behandlung bestimmen.
  • Erkrankungen innerer Organe. Auch in diesem Fall muss der Tierarzt durch eine Untersuchung die Ursache finden und behandeln. Denkbar wären Erkrankungen von Leber, Nieren oder Bauchspeicheldrüse.
  • Unsauberes Trinkwasser. Du solltest deinem Vierbeiner vom Welpenalter an abgewöhnen, aus Pfützen und Tümpeln zu trinken.
  • Tumore und Krebs. Eine Diagnose, die einen Hundehalter mit aller Wucht trifft. Das weitere Vorgehen, ob eine Operation nötig und möglich ist oder welche Behandlung ansonsten ansteht, wird der Tierarzt mit dir besprechen.

Wir möchten dich beruhigen: In den meisten Fällen steckt hinter Durchfall beim Hund keine bedrohliche Krankheit. Oft hat er sich einfach nur den Magen verdorben. Dann muss er trotz Durchfall nicht zwingend zum Arzt und kann sich zu Hause von dir gesund pflegen lassen.

Was du tun kannst, wenn dein Hund Durchfall hat

Vergiftung? Sofort handeln!!

Einen Moment nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Ob Haushaltsgifte, giftige Pflanzen in Haus, Natur und Garten, Industriegifte oder von Tierhassern ausgelegte Giftköder: Frisst dein Vierbeiner davon, besteht Lebensgefahr.

Ganz wichtig: Bei einer Vergiftung, müssen Hunde sofort Kohletabletten aus medizinischer Kohle bekommen. Als Hundehalter ist dir dringend zu empfehlen, immer eine Notration in der Hundeapotheke bei dir zu tragen. Da es sich bei Vergiftungen grundsätzlich um tiermedizinische Notfälle handelt, muss dein Tier gleich nach Gabe der Kohletabletten zum Tierarzt gebracht werden.

Ein verdorbener Magen

Hat der Vierbeiner etwas Vergammeltes gegessen, leidet er ein paar Tage an Bauchweh und Durchfall. Dann wird es ihm bald besser gehen. Um seinen Verdauungstrakt zu beruhigen, sollte der Hund einen Tag fasten. Oft hat er in dem Fall sowieso keinen Appetit. Dein Hund muss jedoch zu jederzeit Zugang zu ausreichend frischem Wasser haben.

Der Vierbeiner braucht viel Flüssigkeit – gerade bei Durchfall

Sorge dafür, dass dein vierbeiniger Liebling bei Durchfall immer genügend Flüssigkeit in Reichweite hat. Stelle dem Hund den Wassernapf in die Nähe seines Krankenlagers. So wird er öfter mal einen Schluck nehmen, als wenn er erst in ein anderes Zimmer laufen müsste. Koche das Wasser vorher ab und lasse es abkühlen. Dadurch werden Bakterien, die eventuell Wasser aus der Leitung belasten, vernichtet.

Bei sehr wässrigem Durchfall kann ein Hund schnell austrocknen. Ideal sind jetzt Elektrolyt-Lösungen. Hast du keine im Haus, gibt es Alternativen. Da bei Durchfall vor allem Kalium und Natrium verloren gehen, gilt es, ihm dieses ausreichen anzubieten. Du kannst ihm auch einen abgekühlten und ganz leichten Schwarztee oder Kamillentee mit Traubenzucker und Salz geben. Wichtig ist, wie schon erwähnt, dass er viel trinkt.

So kannst du feststellen, ob eine Dehydrierung droht: Kontrolliere, ob die Schleimhaut im Hundemaul feucht genug ist. Sie darf nicht ausgetrocknet und klebrig erscheinen. Hat er muntere und klare Augen oder schaut er dich müde, mit ausgetrockneten oder gar eingefallenen Augen an? Und noch etwas kannst du probieren: Hebe vorsichtig eine Hautfalte an. Normalerweise zieht diese sich sofort nach dem Loslassen zurück. Legt sie nicht aber nur langsam, fehlt deinem Hund ganz klar Flüssigkeit. Rufe bitte umgehend den Tierarzt an, oder, falls er keine Sprechstunde hat, den Tiernotfall!

Schonkost, um die Verdauung nach Durchfall langsam wieder anzuregen

Kleine Mengen Schonkost als Futter mit gut verdaulichen Mahlzeiten bilden die ideale Ernährung, um Magen und Darm langsam wieder in die Gänge zu bringen. So könntest du ihm zum Beispiel pürierte, leicht gesalzene Karotten geben oder Reis kochen. Je nachdem, wie groß dein Hund ist, mische einen Teelöffel oder Esslöffel Rapsöl darunter. In Brühe aufgeweichter Zwieback wird als Schonkost ebenfalls gut vertragen. Auch Hähnchenfilet, eventuell zusammen mit dem Karottenbrei, kannst du ihm anbieten. Verträgt er das gut, kannst du etwa ab 3. Tag anfangen, ein wenig von seinem normalen Futter darunterzumischen.

Die Darmflora muss wiederaufgebaut und gestärkt werden

Für die Darmsanierung gibt es Mittel aus der Apotheke aber auch natürliche Wege. Vor allem, wenn dein Hund häufig an Durchfall leidet, ist es empfehlenswert, sich von vom Tierarzt oder einer Tierheilpraktikerin beraten zu lassen.

Durchfall beim Hund vorbeugen

Du kannst deinen Hund vor Durchfall weitestgehend schützen. Aber so ganz verhindern lässt es sich kaum, dass es ihn auch einmal erwischt. Mit dem richtigen Futterangebot stellst du ihm alles zu Verfügung, was er für einen gesunden Magen-Darm-Trakt braucht:

  • Qualitativ hochwertiges Futter, möglichst ohne Konservierungsstoffe und ohne Experimente. Idealerweise bleibst du bei einer Futtersorte ohne große Futterumstellung.
  • Was wäre ein Hundealltag ohne Leckerli! Aber auch hier gilt es, auf beste Qualität zu achten. Fettarme Leckerli ohne Zusatzstoffe verträgt dein Vierbeiner bestimmt gut.
  • Rohkost verdauen Hunde schlecht. Koche Obst und Gemüse schön weich und püriere es für ihn. Als Brei ist es leicht verdaulich und er kann alle Nährstoffe gut aufnehmen.
  • Viele Hunde, wie übrigens auch Menschen, vertragen Milchprodukte nicht gut und reagieren durch die Unverträglichkeit im schlimmsten Fall mit heftigem Durchfall.

Wenn dein Welpe Durchfall hat, gelten die gleichen Ratschläge wie bereits genannt. Beachte aber, dass der kleine Körper noch weniger widerstandsfähig ist als ein Erwachsener. Geht es dem kleinen Hund mehrere Tage gar nicht gut, wird er schwächer oder apathisch, dann fahre bitte sofort mit ihm zum Tierarzt.

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