Familienhunde – welche Rassen sind in aller Regel familienfreundlich?

Für viele Familien ist es selbstverständlich, dass sie ihr Zuhause mit einem Vierbeiner teilen möchten. Die Auswahl der Hunderasse sollte innerhalb der Familie – besonders wenn Kinder im Haus sind – jedoch gut überlegt werden. Welche Rasse passt zu uns als Familie? Welcher Hund ist der ideale Familienhund?

Worauf kommt es bei der Wahl der Hunderasse an?

Das neue Familienmitglied soll gut zu Groß und Klein passen. Was heißt das für den Hund genau? Du brauchst einen kinderlieben, robusten, verschmusten, folgsamen und verspielten Vierbeiner als Familienhund. Und das ist noch nicht alles: Es wäre gut, würde die Rasse wenig haaren, sich mit der Katze vertragen und kaum bellen. Eine aktive Familie braucht zudem einen Hund, der gerne mit auf lange Spaziergänge und Wanderungen kommt, problemlos mit in Zug oder Auto reist, kaum Jagdtrieb in sich trägt und aufs Wort hört.

Das klingt nach einem vierbeinigen Gesamtpaket, dass es so kaum geben kann. Verschiedene Rassen kommen dem Wunsch nach einem perfekten Familienhund aber schon recht nahe. Dann liegt es an guter Erziehung und dem Verhalten von Jung und Alt gegenüber dem Tier, ob ihr ein richtig gutes Team werdet.

Gedanken, bevor ein vierbeiniges Familienmitglied aufgenommen wird

Die Anschaffung eines Familienhundes muss gut überlegt werden. Der Hund wird, je nach Rasse, 10 – 15 Jahre zu deiner Familie gehören. In der Zeit wachsen die Kinder auf, ziehen vielleicht sogar schon aus. Der Vierbeiner altert, braucht mehr Zuwendung. Bevor ein niedlicher Welpe bei euch einzieht, setzt euch bitte zusammen und besprecht folgende Punkte:

Dass die Eltern die Hauptverantwortung für den Hund übernehmen, ist richtig. Aber die einzelnen Aufgaben sollten in der Familie klar verteilt werden.

  • Wer geht wann mit dem Familienhund Gassi?
  • Wer füttert und wäscht die Näpfe?
  • Wer sammelt Kot im Garten und auf dem Weg zusammen?
  • Wer bürstet das Tier?
  • Wer sorgt dafür, dass immer genug Futter im Haus ist?
  • Wer staubsaugt und putzt?
  • Was wird, wenn der Hund alt ist. Werden immer noch alle für ihn da sein?

Sehr wahrscheinlich erklären sich deine Kinder mit allem einverstanden. Sie versprechen dir hoch und heilig, dass sie alles ganz alleine machen werden. Immer. Am Ende bleibt wahrscheinlich das meiste an den Eltern hängen. Deshalb ist vor dem Hundekauf auch Folgendes zu überlegen:

  • Wenn die Kinder noch klein sind, musst du dir viel Zeit nehmen, den Vierbeiner und die kleinen Zweibeiner miteinander bekannt zu machen. Beide müssen lernen, was sie dürfen und was nicht. Du wirst deine Augen praktisch überall haben müssen. Babys und Kleinkinder dürfen nicht mit einem Hund allein gelassen werden.
  • Größere Kinder bieten gerne jede Hilfe an, nur um einen Hund zu bekommen. Erfahrungsgemäß nehmen es einige mir ihrer Verantwortung schon nach kurzer Zeit nicht mehr so genau. Hast du oder deine Partnerin / dein Partner ausreichend Zeit für einen Vierbeiner?
  • Lebt ihr in einer Mietwohnung oder besitzt ihr einen Garten? Ein Hund braucht Auslauf. Der muss durch einen sicheren Zaun geschützt werden. Es dürfen keine giftigen Pflanzen darin wachsen.
  • Vor allem dann, wenn der nötige Auslauf nicht vorhanden ist, müsst ihr regelmäßig Gassi gehen und auch längere Spaziergänge einplanen. Liegt das zeitlich überhaupt drin? Es ist ein Unterschied, ob du mit deinem Vierbeiner alleine lebst, oder ob eine ganze Familie und ein entsprechend größerer Haushalt versorgt werden möchten.
  • Hat ein Familienmitglied eine Allergie? Seid ihr bereit, entsprechend täglich zu putzen?
  • Welchen Wert legt ihr allgemein auf Reinlichkeit? Ein Familienhund tobt mit den Kindern und kommt mit schmutzigen Pfoten ins Haus: Kannst du darüber hinwegsehen?
  • Verreist ihr gerne? Ist es für euch in Ordnung, das Urlaubsziel auch nach den Bedürfnissen des Hundes auszusuchen?
  • Seid ihr euch bewusst, welcher finanzielle Aufwand auf euch zukommt? Einerseits kostet die Anschaffung eines Hundes Geld, anderseits benötigt er hochwertiges Futter, eine Haustierversicherung, es kommen Hundeschule, Tierarztbesuche, Pflege und Zubehör auf euch zu.

Alle Fragen sind geklärt, ihr könnt dem Hund ein optimales, liebevolles Zuhause bieten? Dann ist noch eine ganz wichtige Frage offen: Welche Rassen gelten als besonders familienfreundliche Hunde? Welche Hunderassen können gut mit Kindern?

Welche Hunderassen eignen sich als Familienhund?

Ob Beagle, Retriever, Terrier oder Spaniel – es gibt Hunderassen, die besonders freundlich und für Familien geeignet sind. Die in Deutschland beliebtesten Familienhunde stellen wir dir hier vor:

Der Labrador ist der ideale Familienhund. Er ist leicht zu erziehen, hat einen gutmütigen Charakter und Wesen und möchte allen gefallen. Das gehorsame Tier ist mittelgroß und kräftig gebaut. Den Labrador gibt es in vielen Farben. Er geht gerne spazieren, liebt es zu spielen und mag Wasser sehr. Als Familienhund eignet sich besonders die kompaktere Version des Labradors, der sogenannte „Showdog“.

Der Golden Retriever ist der Liebling von Hundehaltern und Familien rund um die Welt. Das freundliche Aussehen des schönen Hundes täuscht darüber hinweg, wie kraftvoll und lebhaft er auch ist. Obwohl es sich um einen Jagdhund handelt, lässt er sich bei entsprechender Erziehung sehr gut sozialisieren und der Jagdtrieb ist nicht zu stark ausgeprägt. Der Retriever ist ausgesprochen kinderfreundlich. Der Golden Retriever möchte nicht nur auf der Couch liegen. Bei ihm muss etwas laufen. Apportieren, Hundesport und lange Spaziergänge liebt er über alles.

Der Berner Sennenhund ist der beliebteste Vertreter der großen Rassen. Das wunderschöne, ausgesprochen gutmütige Tier passt perfekt in Familien mit Kindern. Allerdings gehört der Sennenhund nicht in eine Stadtwohnung. Als Treib-, Wach- und Zughund möchte er in die Natur. Der Berner Sennenhund braucht Auslauf. Den kräftigen Hund bringt nichts so schnell aus der Ruhe, er verfügt über eine hohe Reizschwelle. Suchst du einen großen, anhänglichen Spielkamerad für deine Kinder und Wächter für dein Grundstück, dann bist du beim Berner Sennenhund als Familienhund an der richtigen Adresse.

Der Mops ist ideal, wenn wenig Platz zur Verfügung steht. Er kann auch in einer Wohnung gehalten werden, wo er natürlich seinen festen Platz bekommen sollte. Der charmante kleine Kerl steckt voller Tatendrang. Allein sein mag die Rasse überhaupt nicht. Er möchte auf Schritt und Tritt als Familienhund an eurem Familienleben teilnehmen.

Der Labradoodle ist eine Kreuzung aus Pudel und Labrador und einer der niedlichsten Hunde überhaupt. Kinder fliegen auf ihn, hat er doch etwas von einem Plüschtier an sich. Dabei ist der mittelgroße bis große Hund äußerst klug und gelehrig. Holt ihr euch einen Labradoodle ins Haus, bekommt ihr ein sehr anhängliches Familienmitglied, das auch noch allergikerfreundlich ist.

Die Französische Bulldogge ist in den letzten Jahren in Mode gekommen. Die kleine Hunderasse gewinnt vielleicht keinen Schönheitspreis, ist jedoch verspielt, liebenswert und anhänglich. Mit Kindern kommt sie sehr gut zurecht und ist allgemein ein folgsames Tier. Zwar kann die Französische Bulldogge manchmal dickköpfig sein, ansonsten macht sie kaum Probleme. Eine Sportlerin ist sie nicht, aber auf lange Spaziergänge kommt sie sehr gerne mit.

Familienhund vom Züchter oder aus dem Heim?

Vor allem wenn in deinem Haushalt noch jüngere Kinder leben, ist es empfehlenswert, einen Vierbeiner als Familienhund aufzunehmen, der bereits entsprechende Erfahrungen machte. Holst du einen Hund aus dem Tierheim, der möglicherweise noch nie mit Kinder zu tun hatte oder Angst vor ihnen hat, steht euer Zusammenleben eventuell unter keinem guten Stern.
Falls es euer erster Hund ist, solltet ihr auf Nummer sicher gehen und ein Tier beim Züchter kaufen. Ideal ist ein Welpe aus einer Züchterfamilie, die selbst Kinder hat. Diese gehen liebevoll mit den Hundebabys um. So kam der Vierbeiner vom ersten Tag an mit Menschen und Kindern in Berührung und erlebt sie als etwas Positives.

Bildnachweis: Halfpoint | Adobe Stock

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